Ortsbürgermeister Bolten tritt zurück

Aus dem Anzeiger Burgdorf & Uetze vom 09.10.2013:

Der beliebte SPD-Politiker aus Dedenhausen gibt seine politischen Ämter auf und tritt auch aus der Partei aus

Dedenhausens Ortsbürgermeister Hans-Heinrich Bolten (SPD) hat zur Überraschung seiner politischen Weggefährten und der Bürger des Dorfes sein Ortsratsmandat niedergelegt. Der Grund: er kann die Schulpolitik der SPD in der Gemeinde wie im Land Niedersachsen nicht mittragen.

Aushang am Kasten im Ort

Aushang am Kasten im Ort

In einem Brief an seine Mitbürger im Aushangkasten des Dorfs informiert Bolten die Einwohner über seine Entscheidung, sein Amt als Ortsbürgermeister niederzulegen und aus der SPD auszutreten. Der Anlass für diesen Schritt sei „nicht in Dedenhausen zu suchen, sondern in den jüngsten schulpolitischen Entscheidungen in Uetze und in Hannover“. Bolten, der im Uetzer Gymnasium unterrichtet, ist derzeit im Urlaub und für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Dedenhäuser Helmut Sprenger, der über Bekannte von dem Aushang erfahren hatte, kann den Kommunalpolitiker verstehen: „Er ist ja Oberstudienrat im Gymnasium Uetze und kann nicht verstehen, dass die SPD geschlossen hinter der Einführung einer IGS in Uetze steht.“ Doch er bedauert den Rückzug Boltens aus der Politik: „Solange wie ich ihn kenne, war er in der SPD, dabei aber auch immer ein unparteiischer Ortsbürgermeister.“

Dorfbewohner Reinhard Wilde pflichtet ihm bei: „Er war ein Ortsbürgermeister für alle. Jetzt wissen wir nicht, wie es hier weitergeht.“ Die stellvertretende Ortsbürgermeristerin Marion Gellermann (CDU), die bei der Wahl des Ortsrats im September 2011 die meisten Stimmen erhielt, ist derzeit krank. Allerdings kann sich Dirk Rentz, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands, gut vorstellen, dass Marion Gellermann eine hervorragende Ortsbürgermeisterin wäre. „Sie ist in Dedenhausen groß geworden, die Menschen kennen sie gut und sie selbst liebt den Ort“, sagt Rentz, der ebenfalls momentan im Urlaub weilt.

„Hans-Heinrich Bolten hat mir den Verzicht auf sein Ortsratsmandat schriftlich mitgeteilt, das muss jetzt offiziell vollzogen werden“, sagt Bürgermeister Werner Backeberg. „Ich habe bereits drei Nachrücker aus der SPD angeschrieben, aber bisher noch keine Rückmeldung erhalten.“ Innerhalb der nächsten vier Wochen werde eine Ortsratssitzung stattfinden, in der der Mandatsverzicht vollzogen und ein Nachrücker verpflichtet werden soll.

Ebenso wie Backeberg sind auch Boltens Parteifreunde von dem Rücktritt überrascht worden. „Wir hatten keine Querelen im Ortsrat und waren geschockt, als
er uns seinen Entschluss mitgeteilt hat. Aber es war nicht möglich, ihn davon abzubringen“, berichtet Ortsratsmitglied Bastian Bührig (SPD). Am Sonntag, 13.
Oktober, trifft sich der SPD-Ortsverband. „Dann wollen wir die weiteren Weichen stellen“, kündigt Bührig an. Bolten wird am Freitag in Dedenhausen zurückerwartet.

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