…soweit die Füße tragen.

Der Beginn einer Pilgerreise

von Sylvia Knapek-Wodausch

Im April machten wir uns auf den Weg:  Unser Ziel war der Pilgerweg vom Kloster Loccum bei Hannover zum Kloster Volkenroda bei Mühlhausen in Thüringen. Und wir, dass sind sechs gleichgesinnte Frauen aus Dedenhausen, die sich aufmachten um fernab der Straßen zu erfahren, warum immer mehr Menschen pilgern. Und wir fanden, was wir suchten. Eine Langsamkeit des Tages, das Testen der eigenen Belastbarkeit und vor allem Momente der Ruhe.

v.l.n.r.: Thea Stolte, Ursula Küster, Siegrid Dürr, Barbara Ripke, Sylvia Knapek-Wodausch, Gudrun Sprenger

Kloster Volkenroda mit dem Christuspavillion

Der Einstieg in den Pilgerweg

Der  Pilgerweg Loccum – Volkenroda verbindet die beiden ehemaligen Zisterzienserklöster. Die gesamte Wegstrecke beträgt ca. 300 km. Allerdings hatten wir uns vorgenommen, den Weg von Süden nach Norden zu gehen, genauso wie die Mönche im Mittelalter. Die erste Pilgerstrecke sollte uns also von Volkenroda aus zum ca. 50 km entfernten Johannitergut Beinrode bringen. Gutvorbereitet machten wir uns auf den Weg.

Nach einer Anreise mit Bahn und Bus in das kleine Örtchen Grabe ging es zunächst einmal zum Kloster Volkenroda. Dort wurden wir schon von Schwester Johanna mit Kaffee und Kuchen erwartet. Sie erzählte vom Leben und Arbeiten hinter den Klostermauern und führte uns dann in den Christuspavillion. Dieser Gebäudekomplex, erbaut für die Expo 2000 in Hannover, steht dort seit über 10 Jahren.

Wald entlang der Unstrut

Am zweiten Tag lenkte uns der Weg über das mittelalterliche Mühlhausen durch eine abwechslungsreiche Naturlandschaft entlang der Unstrut. Wir wanderten weiter nach Norden über sanft geschwungene Hügellandschaften und durch vom Frühling erwachte Wälder und Wiesen, auf deren Böden gelbe Adonisröschen  in voller Blüte standen. Weiter ging es bei bestem Wetter bis zum kleinen Dorf Horsmar. Die ersten 27 km waren geschafft!

Auch der dritte Tag der Wanderung versprach uns nur Gutes. Das Wetter hätte nicht besser sein können. Es ging von Dorf zu Dorf, von Kirche zu Kirche, von Pilgerstempel zu Pilgerstempel.

Das Kreuz markiert den Beginn bzw. das Ende des Pilgerwegs

Die Pilgerstempel waren manchmal zugänglich in den Kirchen, und manchmal wurde beim zuständigen Kirchenvorsteher einfach an der Tür geklingelt. Wir trafen auf liebenswürdig-schrullige Menschen, Neugierige und Wissbegierige, aber vor allem auf hilfsbereite Menschen, immer für einen kleinen Klönschnack zu haben.

Die letzte Nacht wurde im Johannitergut Beinrode, auch ein ehemaliges Zisterzienserkloster, verbracht. Von dort aus ging es am letzten Morgen mit dem Bus nach Duderstadt und dann nach Hannover. Der Anfang war gemacht…Und im September folgt die zweite Etappe!

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